Glänzendes Haar: Kalk und saure Rinsen

Ihr Lieben

Auch dieser Beitrag ist längt überfällig.

Je nach Härte unseres Leitungswassers sehen die Haare nach der Wäsche schön und glänzend aus oder eben nicht. Stumpfe, trockene und glanzlose Haare können nebst den üblichen Schäden einen ganz einfachen Grund haben: zu viel Kalk im Wasser.

Hier eine kurze Anleitung, wie ihr das Optimalste aus eurem Wasser rausholen könnt.

Wikipedia beschreibt das ganz gut: Wasserhärte ist ein Begriffssystem der angewandten Chemie, das sich aus den Bedürfnissen des Gebrauchs natürlichen Wassers mit seinen gelösten Inhaltsstoffen entwickelt hat. Konkret wird mit Wasserhärte die Äquivalentkonzentration der im Wasser gelösten Ionen der Erdalkalimetalle, in speziellen Zusammenhängen aber auch deren anionischer Partner bezeichnet. Zu den „Härtebildnern“ zählen im Wesentlichen Calcium- und Magnesiumionen sowie die normalerweise nur in Spuren enthaltenen Strontium- und Bariumionen. Die gelösten Härtebildner können unlösliche Verbindungen bilden, vor allem Kalk und Kalkseifen

Vor allem Haare, die mit Seife gewaschen werden, kennen das Problem der Kalkseife bei „hartem“ Leitungswasser. Kalkseifen sind in Wasser schwer lösliche Calcium- oder Magnesium-Salze, in der Regel von Fettsäuren. Sie bilden sich bei der Verwendung von Seifen in hartem Wasser. Durch die Bildung dieser Kalkseifen wird die Waschwirkung vermindert, da sich die aktive Seifenmenge verringert. Die Kalkseifen setzen sich auf Oberflächen ab (Vergrauung) und bilden auch in Abwasserrohren schwer entfernbare graue Ablagerungen (leider bilden sie diesen Schleier auch auf den Haaren). 

So, fertig kopierte Theorie. Ihr könnt euer Wasser natürlich nicht weich zaubern aber immerhin als allerletzten Schritt vor dem Handtuch mit weichem Wasser nachspülen.

Nach der Haarwäsche mit einem milden Shampoo verwende ich manchmal eine Spülung oder eine Kur. Nicht immer – das ist auch egal. Bevor ich mir ein Tuch um die Haare wickle, kippe ich eine (kalte und) saure Rinse übers Haar. 

Und so findet ihr eure perfekte Rinse:

  1. Wasserhärte feststellen
    Also eigentlich den pH-Wert eures Wassers feststellen. Dazu sucht euch am besten eine Analyse eures Wassers im Internet raus. Bei mir im Dorf finde ich die Angaben sogar auf der Homepage der Gemeinde. Klick.

    aesch.JPG
    Screenshot aesch.bl.ch

    Gemäss diesen Angaben ist mein Wasser hier „hart“. Unten auf der Wikipediaseite zur Wasserhärte ist eine Umrechnungstabelle. 27.4 fH° * 0.56 ergibt die Angabe in °dH. Das gibt hier 15.344.

    wasserhärte
    Screenshot Wikipedia

    Nun kann sich das natürlich noch etwas ändern, vor allem bis es bei euch aus dem Wasserhahn der Dusche kommt. Daher: selber nochmal nachmessen!
    Ich nehme dazu ganz billige und daher leider nicht sehr genaue Teststreifen. (Z.B. da bestellbar^^)

    Das sieht bei mir so aus und den Streifen nach würde ich sogar auf einen pH-Wert von 8 tippen. Sicher deutlich mehr als 7, das seht ihr auch gut auf dem Bild.
    IMG_2752

    ph
    Screenshot: Wikipedia
  2. Mischverhältnis für einen optimalen pH-Wert finden
    Wichtig ist, dass ihr immer die gleiche Flaschengrösse nehmt. Mir reichen 0.5 Liter.
    Schaut euch am besten einfach meine Tests an, es ist selbsterklärend. 😉
    Der pH-Wert der Haut beträgt etwa 5.5. Wie der Name schon sagt, sollte auch die Rinse in dem Bereich sein, leicht sauer. Ist sie zu sauer, können die Haare ebenfalls austrocknen. Zum Neutralisieren nehme ich Vitamin C, also L-Ascorbinsäure.
    Die gibt es günstig und vegan bei DM und zwar als praktisches Pulver. Es lässt sich einfach durch etwas Schütteln in Wasser auflösen. Die 100 Gramm reichen ewig, der Messlöffel ist wirklich mini. 😉
    IMG_2767IMG_2759IMG_2763
  3. Ausprobieren und die Mischung nach Bedarf anpassen.
    Ihr seht, der pH-Wert meines Wassers irgendwo um 5 gestrichenen Messlöffeln Vitamin C in den sauren Bereich kippt. Bei 7 Messlöffeln ist er etwa bei 5.5, was dem Wert der Haut entspricht. Startet euren Versuch irgendwo zwischen diesen beiden Werten – und passt die Mischung nach eurem Haargefühl an. Ich mag die Rinse eher etwas sauer, weil ich nur einen halben Liter davon verwende und sich die Rinse ja noch etwas verdünnt, weil die Haare ja schon nass sind. Die längen tunke ich erst in die Flasche und kippe den Rest dann über den Kopf. Nicht nachspülen!

 

Als Alternative könnt ihr die Rinse auch mit Zitronensaft oder Essig sauer bekommen. Meine Haare mögen das aber gar nicht, bei mir verfliegt auch der Essiggeruch nicht nach dem Trocknen.

Wer auf gut Glück eine Rinse mischt, trifft nur selten wirklich die optimale Mischung. Ich habe früher immer viel zu wenig „Saures“ zum Wasser gegeben, bei manchen wird aber ein Löffelchen schon lange reichen, weil das Wasser weich ist! Die Teststreifen sind eine kleine aber gute Investition. 😉

Hier noch zwei relativ aktuelle Haarbilder, ihr findet auch einige meiner haarigen Beiträge auf haarbande.de.

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3 Gedanken zu “Glänzendes Haar: Kalk und saure Rinsen

  1. ich hab mir ne essig-mischung in ne sprühflasche gefüllt und besprüh die haare damit einfach nachm waschen. ist bequemer und sparsamer 🙂

  2. Danke für deinen ausführlichen Artikel! Den Trick, Vitamin C in der sauren Rinse zu verwenden, kannte ich noch gar nicht. Von Apfelessig hatte ich schon öfter gelesen, aber da traue ich mich nicht richtig ran. Essig ist ja schon ziemlich aggresiv, natürlich wird er stark verdünnt, aber ich hab dabei kein gutes Gefühl. Auch der Geruch in den Haaren würde mir da Sorgen machen. Aber Vitamin C klingt gut.

    Meinst du, man könnte auch einfach am Schluss mit gefiltertem Wasser spülen? Diese Wasserfilter von Britta und co. sind ja auch dafür da, das Wasser zu entkalken.

    Liebe Grüße

  3. Je nach Wasserqualität brauchst du kaum was machen, da genügt dann sicher auch ein Filter.
    Bei uns bringt der aber so gar nichts, weil das Wasser so hart ist…

    Vitamin C kann etwas metallisch im Haar riechen, Essig kann auch muffig im Haar bleiben, Zitronensaftkonzentrat ginge auch als Alternative, falls du dich mal durchprobieren magst. 😀

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