Duftstoffe in Kosmetikprodukten

Ätherische Öle werden in Kosmetikprodukten vor allem als Duft, also zum Parfümieren eingesetzt. Dennoch sind sie alles andere als harmlos. Viele glauben, dass alle natürlichen ätherischen Öle gut für die Haut sind. Gerade in der Naturkosmetik findet man sie in extrem vielen Produkten. Was sie machen und warum sie alles andere als unbedenklich sind, könnt ihr hier lesen. Diese 26 Duftstoffe können auch anders als aus ätherischen Ölen gewonnen werden.

Ätherische Öle sind das Produkt aus Wasserdampfdestillaten aus Pflanzen oder Teilen davon. Sie sind stark duftend und enthalten, auch wenn es der Name vermuten lässt, keine Fette. Gebildet werden sie in Öldrüsen von Pflanzen, beispielsweise in der Rinde, in Blüten, in Samen oder in Wurzeln. Normalerweise werden nur einzelne Bestandteile des Öls verwendet, es muss also nach der Gewinnung noch zerlegt werden. Mittlerweile können viele ätherische Öle auch synthetisch Hergestellt werden, das ändert aber nichts an ihrem Reizpotenzial.

Solche Duftstoffe haben grundsätzlich nichts auf der Haut verloren, erst recht nicht unverdünnt. Sie wirken alle hautreizend, manche viel mehr als andere. Dennoch sind sie ein oft kostengünstiges Mittel, um Kosmetik einfach und unter Umständen stark beduften zu können. Leider suchen sich auch heute noch viele ihre Kosmetikprodukte anhand des Duftes aus, obwohl man aus Sicht der Haut eigentlich die neutralsten Produkte wählen sollte. Für mich steht fest: wenn ich duften will, trage ich Parfüm! Diesen Job muss kein Deo und keine Gesichtscreme für mich übernehmen. Im Winter trage ich die Düfte gerne in Schals oder einfach in den langen, offenen Haaren. So kann ich eine Hautreizung vermeiden.

In Kosmetikprodukten werden Duftstoffe mit der INCI-Bezeichnung „Parfum“ deklariert. Dabei handelt es sich um eine reizarme Beduftung ohne allergene Duftstoffe. Empfindliche Personen können aber auch auf diese Duftstoffe reagieren, besser sind daher Produkte ganz ohne oder wenn sich Parfum am Ende der INCI-Liste befindet.

Seit einigen Jahren sind die allergenen Duftstoffe – glücklicherweise! – kennzeichnungspflichtig gemäss Kosmetikverordnung (deklarationspflichtige Duftstoffe gemäß Art. 19 Abs. 1 g der EG-Kosmetik-Verordnung). Sie müssen einzeln angegeben werden und dürfen aus Sicherheitsgründen nicht mehr unter dem Sammelbegriff Parfum aufgelistet werden.

Dazu habe ich euch diese etwas ältere Broschüre vom Allergie- und Asthmabund herausgesucht. Sie ist aus dem Jahre 2003, weil seit dann die neue Verordnung in der EU (in der Schweiz ist es sehr ähnlich) gilt. Daher ist das Merkblatt auch heute noch aktuell.

Folgende Duftstoffe müssen in der Zusammensetzung gekennzeichnet werden. Die Namen in Klammern dienen nur der Erklärung woraus es besonders häufig hergestellt wird, damit man sich unter den häufigsten etwas vorstellen kann.

Amyl Cinnamal
Amylcinnamyl Alcohol
Benzyl Alcohol
Benzyl Salicylate
Cinnamyl Alcohol (aus Hyazinthenblüten-, Narzissen- und Zimtblätteröl)
Cinnamal (aus Zimtblattöl, Hyazinthen-, Weintrauben- oder Lavendelöl)
Citral
Coumarin (aus Waldmeister, Datteln, Tonkabohnen)
Eugenol
Geraniol
Hydroxycitronellal (künstlicher Maiglöckchenduft)
Hydroxyisohexyl 3-Cyclohexene Carboxaldehyde
Isoeugenol
Anise Alcohol
Benzyl Benzoate
Benzyl Cinnamate
Citronellol (aus Rosen- oder Geraniumöl)
Farnesol (aus Anisöl, Jasminöl, Rosenöl)
Hexyl Cinnamal
Butylphenyl Methylpropional
Limonene (aus Limettenöl)
Linalool (aus diversen Gewürzpflanzen)
Methyl 2-Octynoate
Alpha-Isomethyl Ionone
Evernia Prunastri Extract (Eichenmoos)

Eine besondere Vorsicht ist bei Menschen mit Bluthochdruck, Epileptikern, Kindern und schwangeren Frauen geboten. Bitte unbedingt auf die Anordnungen des Arztes hören und am besten alle ätherischen Öle, egal ob in Kosmetikprodukten oder beispielsweise in Duftlampen zur Raumbeduftung vermeiden.

Bei Hautarealen, die mit ätherischen Ölen in Berühung kamen, bitte besonders darauf achten, nicht in die Sonne zu gehen weil die ätherischen Öle, auch in sehr geringen Dosen, eine Überempfindlichkeit der Haut gegenüber UV-Licht verursachen können (=phototoxischer Effekt).

Fazit:
Naturkosmetik ist keinesfalls besser oder verträglicher als konventionelle Pflegeprodukte. Es kommt immer auf die verwendeten Inhaltsstoffe an – lasst euch nicht von Ökoversprechen locken, die Natur kann (aber muss nicht!) grausam sein. Das Argument „aber ich vertrage das Produkt sehr gut“ ist ein Trugschluss. Auch wenn man (noch) keine Reizungen auf der Haut wahrnimmt, wird, unter anderem durch ätherische Öle, Schaden in der Haut angerichtet. Reizstoffe machen die Haut ausserdem sensibel und können nach und nach allergische oder überempfindliche Reaktionen hervorrufen. Daher besser ganz sämtliche Duftstoffe in Kosmetik verzichten.

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Weitere, oben nicht verlinkte Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84therische_%C3%96le

Alkohol: Zelltod in Raten! Anti-Aging? Pro-Aging!

http://www.drbresser.de/allergien-umwelt/kontaktallergie-kontaktekzem/duftstoffallergie/
http://www.aetherische-oele.net/informationen/aetherische-oele-risiken.htm
http://www.ikw.org/fileadmin/content/downloads/Sch%C3%B6nheitspflege/2013_Kos_Inh_Funk.pdf

Inhaltsstoffe/INCI

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