Mikroplastik in Kosmetik

Wieder mal etwas, was ich ständig vor mich herschiebe. Also nicht das Problem, sondern den Artikel darüber. Mikroplastik. Aber hier bin ich und ich will euch kurz:
a) das Problem erklären
b) auf zwei wie ich finde ganz fiese Beispiele eingehen
c) euch eine Einkaufshilfe mitgeben

Bitte verbreite einen der Ratgeber in deinen sozialen Netzwerken!
Ganz egal ob das der unten verlinkte von Greenpeace, Bund oder meine kurze Zusammenfassung  ist!

Mikroplastik. Was ist das und was macht es?

Wir kennen alle die Bilden von Abfall auf dem Meer und an Stränden. Einkaufstüten, Flaschen, Schrott. Alles Dinge, die nicht oder nur sehr langsam verrotten und nicht biologisch abbaubar sind. Dennoch haben diese unschönen Müllmassen einen entscheidenden Vorteil gegenüber von Mikroplastik: sie können relativ einfach aus dem Wasser gefischt werden.

Mikroplastik sind Kunststoffteilchen mit einer Grösse von weniger als Millimeter. Die Kosmetikindustrie verwendet Mikroplastik als Schleifmittel (Peelings), Filmbildner oder Füllstoff, aber auch in flüssiger Form zum Beispiel als Bindemittel. Sie können also in praktisch allen Kosmetikprodukten vorkommen, natürlich auch in anderen Produkten wie in Reinigungsmitteln.

Mikroplastik ist zu klein für unsere Kläranlagen und landet daher in der Umwelt. Es wird von Meeresorganismen gefressen und ist nicht wieder aus der Umwelt zu entfernen. Mikroplastik wurde in Seehunden, Fischen, Muscheln und kleineren Organismen nachgewiesen, die es mit ihrer Nahrung aufnehmen. Wenn ihr mehr über die fatalen Folgen der kleinen Kunststoffteilchen lesen wollt, findet ihr ganz unten einige gute Links.

Greenwashing, Manipulation von Kunden am Beispiel von treaclemoon und Original Source

Wir kennen die Produkte alle. Alle grösseren Super- und Drogeriemärkte haben sie und sie sind den Grund für den Artikel und meine Wut. Die lustigen, bunten, duftenden Saubermacher versprechen gute Laune und ein gutes Gewissen. Und dabei sind sie voll von Mikroplastik: diverse Duschgels von Original Source und die Dutschcremes und Peelings von treaclemoon.

UnbenanntOriginal Source, hier am Beispiel Mango.
100% natürlicher Duft, vegan und mit Veganblume zertifiziert, tierversuchsfrei und in einer Packung aus einer 100% recycelbaren Flasche. Soweit super. Werfen wir einen Blick auf die Inhaltsstoffe:
inci source mangoJoa, nicht gerade mild und ordentlich reizende Duftstoffe.
Und da: POLYQUATERNIUM-7 und ACRYLATES COPOLYMER. Mikroplastik, und davon ganz schön viel. 😦


es-ist-da-iced-strawberry-dream-duschcreme-vo-L-zks3s_treacletreaclemoon Körperpeeling anwendungVegan, ohne Silikone und Parabene. Das Peeling peelt mit Jojobawachs statt mit umweltschädigendem Mikroplastik. Auch das stimmt, wenn wir uns die Inhaltsstoffe der Duschcreme und des Peelings ansehen, kommt das grosse ABER. Erst die Duschcreme:
inci treacle duscheDa zeigt sich wieder das gleiche Bild wie bei Original Source: POLYQUATERNIUM-7 und ACRYLATES COPOLYMER. Etwas weniger aber auch sehr wenig ist noch viel zu viel. Und nun setzt euch hin oder haltet euch irgendwo fest. Das Peeling:

peeling treaclePetrolatum und Paraffinum liquidum. Erdöl. Beides. Das Peeling ist tatsächlich auf Mineralölbasis! Die versprochenen Jojobawachskügelchen sind da wirklich, hydrogenated jojoba oil. Aber was da leider auch ist, ist Mikroplastik. Wie versprochen nicht als Peeling sondern – davon hat ja keiner was geschrieben – in der Masse drumrum. ACRYLATE CROSSPOLMER. Ich könnte schon wieder heulen.

Uns wird auf der Packung und auf der Homepage das Blaue vom Himmel versprochen, es wird geflunkert, getrickst und getäuscht. Vor allem auf Kosten der Umwelt. Lest euch bitte immer die Inhaltsstoffe durch und lasst euch nicht von veganen Produkten oder scheinheiligen Angaben täuschen. Und auch nicht vom Duft oder Design blenden. INCI lügen nicht. Und es ist eigentlich auch ganz einfach, die gängigsten Arten von Mikroplastik zu erkennen und solche Produkte zu meiden.

Wie ihr Mikroplastik erkennt, eine kleine Übersicht

mikroplastik erkennenHier als einfaches Bild. Speichert es euch ab oder druckt es aus, damit ihr es beim Einkaufen immer zu Hand habt. Teilen und verbreiten ausdrücklich erwünscht!

Weitere Links, Listen, Erklärungen, Übersichten:

http://www.greenpeace.org/austria/Global/austria/dokumente/ratgeber/Konsum_Mikroplastik_Ratgeber_Juli2014_Auflage2.pdf

http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/meere/131119_bund_meeresschutz_mikroplastik_produktliste.pdf

http://www.sueddeutsche.de/wissen/mikroplastik-umweltgefahr-aus-dem-drogeriemarkt-1.2324544

 

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3 Gedanken zu “Mikroplastik in Kosmetik

  1. Danke für diesen Bericht. Habe mich bisher noch nicht so intensiv mit Microplastik beschäftigt. Ich wusste aber was es ist und hätte jetzt auch gedacht, dass ich Marken kaufe, die dies nicht beinhalten. Da bin ich dann Original Source schon auf den Leim gegangen. Bisher waren Inci-Listen für mich immer abschreckend. Nach dem dritten Wort z.b. auf der Suche nach Silikonen hörte ich in meinen Gedanken nur noch ein Fiepen. Microplastik lässt sich sicherlich nicht so einfach wie Aluminium finden, aber die Begriffe sind sich sehr ähnlich, das bekommt man hin. Schweinerei ist das alles. Vor allem trinken wir es ja schlussendlich auch.

  2. Hach, da könnte man doch wirklich wahnsinnig werden!
    Da denkt man, man könnte wenigstens einmal darauf vertrauen, dass mit den entsprechenden Produkten alles in Ordnung ist, dass sie „sauber“ sind. Denn irgendwie ist im Kopf des Verbrauchers ja noch immer die Gleichung „vegan=grün“ geschaltet. Dass das nicht immer so sein muss und auch hier wieder schlimmste Verbrauchertäuschung begangen wird, hast du hier sehr eindrücklich gezeigt – vielen Dank dafür!

    Deine Liste ist sehr hilfreich – ich werde sie mir auf jeden Fall abspeichern und ausdrucken. Und mich erneut auf die Suche nach veganen UND sauberen Kosmetika machen.

    P.S.: Deine Wut kann ich sehr gut nachvollziehen.

    Liebe Grüße!
    Jenni

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