Warum mich eine basische Ernährung richtig sauer macht!

Gesund sein und bleiben und sich gut fühlen ist super. Eine ausgeglichene Ernährung, Sport und viel Bewegung genügend Flüssigkeit und Schlaf sind zweifellos wichtig. Warum aber immer mehr Esoteriker ihre haarstäubenen Theorien unter leichtgläubige Menschen bringen und weiter verteilen können, ist mir ein Rätsel.

hunger-413685_640Basische Ernährung – warum sie keinen gesundheitlichen Nutzen bringen kann!

Normalerweise wird der pH-Wert im Blut relativ konstant auf 7,4 (±0,05) gehalten. Unter bestimmten Umständen (etwa einem Atemstillstand, Schock, Herzstillstand, Organschäden, Störungen der Nierenfunktion, Hyperventilation, insulinbedingtes Koma bei Diabetes Mellitus etc.) kann es tatsächlich zu einer Abweichung von diesem Sollwert kommen, entweder in Richtung zu sauer (Azidose) oder in Richtung zu basisch (Alkalose). Beides sind aber lebensbedrohliche Zustände! Ein gesunder Körper hingegen hält den Blut-pH-Wert aber von alleine annähernd konstant auf diesem Niveau. Primär über das sogenannte Kohlensäure-Bicarbonat-System, sekundär auch durch Ausscheidung überschüssiger Protonen beziehungsweise Oxoniumionen über den Urin. Kurz: Wir können („gesund“) gar nicht übersäuern.

Das Kohlensäure-Bicarbonat-System ist ein Blutpuffer, der das Blut genau im oben genannten Bereich hält. Würde es zu basisch werden, löst sich zum Ausgleich ein H+ von der Kohlensäure, die daraufhin zum Bicarbonation wird. Würde es zu sauer werden, also ein Überschuss an H+, bindet das Bicarbonation wieder ein Proton und wird zur Kohlensäure (die dann in Wasser und CO₂ zerfällt, das wiederum einfach abgeatmet wird). Überschüssige Säure wird also einfach gebunden und durch verstärkte Atemtätigkeit in Form von CO₂ abgeatmet.

Würde der pH-Wert hingegen zu sehr ins basische rutschen, würde die Atmung unwillkürlich ein wenig verlangsamt werden.

Sprich: WIR REGULIEREN KLEINE SCHWANKUNGEN PRIMÄR ÜBER DIE ATMUNG, DER PH-WERT IM BLUT KANN NICHT ÜBER DIE NAHRUNG BEEINFLUSST WERDEN.

Trotzdem postulieren Alternativmediziner und Esoteriker, man würde durch einen Überschuss an angeblich oder auch tatsächlich säurebildender Nahrung den Körper auf lange Sicht und nicht messbar aus dem Gleichgewicht bringen können. Dafür gibt es aber keine tatsächlichen wissenschaftlich haltbaren Anhaltspunkte. Aus Sicht der Heilpraktiker ist das ganze durchaus messbar, sie „messen“ es mit Indikatorpapier im Urin. Trugschluss: Urin ist natürlich immer schwach sauer ist, wenn alles richtig funktioniert. Daraus leiten sie dann ab, dass der Körper überschüssige Säuren hätte und dass man ihm folglich bei der Neutralisierung unterstützen müsste, in dem man selbst angeblich oder tatsächlich basische Lebensmittel (die gibt es natürlich, jedes Lebensmittel hat einen spezifischen pH-Wert) oder entsprechende Nahrungsergänzungsmittel zuführt. Ist natürlich eine hübsche Einnahmequelle für die Anbieter entsprechender Nahrungsergänzungsmittel, Wunderpräparate und Basenfastensachbücher. Von denen gibt’s auch verdammt viele, nur korrekt ist das, was darin steht, deswegen noch lange nicht!

Für weitere, ausführliche Informationen empfehle ich ich euch folgende Seiten:
http://www.verbraucherzentrale-bayern.de/Krank-durch-Uebersaeuerung
http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=11011&gartnr=91&bernr=04&seite=04
http://www.apotheken.de/gesundheit-heute-news/article/fuenf-ernaehrungsmythen/

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