Warum ich die #GayIsOK – Seifen von Lush nicht in Ordnung finde!

Ich bin gerade etwas irritiert. Mal wieder. Mal wieder über Lush.
Ihr wisst, dass ich nichts von dem Laden halte. (Falls nicht, hier steht etwas mehr.)
Aktuell gibt es ja die ‪#‎GayisOK‬ – Aktion. Zweifellos, da muss sich auf der Welt endlich etwas ändern!

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Nun spendet Lush Geld an Organisationen, die „sich für Liebe und Gleichheit stark machen“. Und zwar von den Einnahmen der goldenen Gay is OK Seife. Aufforderung dazu: „Doch bevor du jetzt unter die Dusche springst, teile deine Liebe online. Mach ein Selfie von dir und der Seife, poste es in den sozialen Medien und sag der Welt #GayIsOK.“ (http://www.lush-shop.ch/love.3752.html?spr=1)

Wirklich? Die sozialen Ereignisse in den USA und auf der Welt dafür missbrauchen, dass Kunden weltweit für die Seife und somit für den Rest des Shops kostenlos Werbung machen? Können die nicht für eine gute Sache einstehen, ohne Gewinnabsicht? (Das gespendete Geld wird nie die Höhe erreichen, die eine Werbekampagne, die so viele! Leute weltweit erreicht, kosten würde). Geschickt geplant und ausgewählt der Zeitpunkt. Einfach so spenden wäre wohl zu unspektakulär gewesen.

Und nebst der Werbung fällt mich da ein grosses Doppelmoralwarnschild an. 825 von etwa 925 Shops machen mit. Also sogar etwas unter 90%. Weil (Quelle lush.ch):
12Ahso – dann ists plötzlich total egal. Die expandieren in alle Länder, in denen sich viel Kohle scheffeln lässt. Egal, Geld vor Prinzipien. Das ist etwa wie die Tierheime, die beim Fest Fleisch auf den Grill hauen. Um die geretteten Heimtiere zu feiern.  Lush bezahlt mieten und Steuern und andere Gelder an Länder und Regierungen, die Menschenrechte mit Füssen treten. Aber sie sind halt trotzdem in den Ländern, um Geld zu machen.

Dass Lush etwas verdienen muss, ist klar. Aber müssen Shops in solchen Ländern wirklich sein? China nein, weil Tierversuche. Z. B. Russland ja, weil geht ja da nur den Menschen scheisse…

Was meint ihr? Gestern fand ich die Idee mit den Statement-Seifen noch recht gut. Hab mir sogar überlegt ausnahmsweise mal wieder etwas bei Lush zu kaufen. Dann hab ich mich vorhin etwas auf der Lush-Seite über die Aktion eingelesen und bin zutiefst enttäuscht. Alles nur Werbemasche, die sich auf Menschen verlässt, die sich gutgläubig gegen Homophobie einsetzen wollen und eigentlich nur zu Werbezwecken gebraucht werden.

Was will ich damit schreiben?
In erster Linie möchte ich euch dazu anregen, kritisch zu sein. Und euch immer eine eigene Meinung zu bilden. Solche auf den ersten Blick grossartigen Aktionen haben sehr oft einen für mich faden Beigeschmack. Hier wird für mich ein gutes Gewissen zu Werbezwecken verkauft. Fragt sich, wie viel (verhältnismässig in Unterstützung, Bekanntheit, Akzeptanz, Geld…) die davon haben, um die es eigentlich geht? Und ob überhaupt, was ich stark bezweifle.

Hinweis: Da ich in der Schweiz lebe, verlinke ich auf den CH-Internetauftritt von Lush.

Eure Meinung zum Thema interessiert mich! Kommentieren und teilen ausdrücklich erwünscht. 🙂

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4 Gedanken zu “Warum ich die #GayIsOK – Seifen von Lush nicht in Ordnung finde!

  1. Ich finds einfach reine Geldmacherei. Das ist totaler Beschiss. Die Freude von Menschen ausnutzen und sich selbst damit pushen, einfach billig!

  2. das ist aber ein bisschen sehr pauschalisiert – der Newsletter zur GayisOk Seife ging deutlich VOR dem Ereignis in den USA raus (23.Juni). Da müssten die Marketingherrschaften von LUSH ja schon hellseherische Fähigkeiten gehabt haben, zumal man ja auch noch die Produktionen der Seifen mit einbeziehen muss, die auch nicht an einem Tag gemacht sind und ihnen somit nicht einmal vorwerfen kann, dass sie dieses Ereignis aufgrund des laufenden Rechtsstreits schon hätten kommen sehen. Ich halte es einfach für einen Zufall, der LUSH in diesem Fall zu Gute kommt.
    Und die Aktion in den sozialen Medien finde ich super. Klar, ist es Werbung für den Shop, aber jedes Foto unterstützt diese Bewegung.
    Über LUSH darf man ja denken was man will – ich reiße mich auch nicht um ihre Produkte, aber generell finde ich das diese Kampagne eine schöne Idee ist, die einfach die Problematik weiter in den Vordergrund rückt – Seifen hin oder her.

  3. Huhu Conny

    Die Kampagne liess sich unabhängig vom Ausgang des Verfahrens in den USA bestens vorbereiten. Auch mit den gleichen Seifen für beide möglichen Ausgänge. 🙂
    a) juhui, endlich ändert sich was, hoffentlich bald noch in anderen Ländern oder
    b) Mist, da muss was passieren!
    Artikel von Januar: http://www.sueddeutsche.de/politik/grundsatzurteil-erwartet-hoechstes-us-gericht-entscheidet-ueber-homo-ehe-1.2308935 Da steht: „Die Richter wollen klären, ob der im 14. Zusatzartikel der US-Verfassung festgeschriebene Gleichbehandlungsgrundsatz Bundesstaaten zur Legalisierung und Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen verpflichtet. Eine Entscheidung dürfte bis zum Ende des Sitzungsjahrs des Obersten Gerichtshofs im Juni fallen.“

    Es wäre wohl naiv, da an einen zeitlichen Zufall zu glauben. Ich hab einfach Mühe, wenn man bei sowas nur die gute Sache sehen will. Auch wenn ich absolut dafür bin, sich gegen die Benachteiligung von bestimmten Personengruppen einzusetzen.

  4. Ok, möglich, aber ich finde das immer noch weit hergeholt. Was wäre, wenn das Rechtsverfahren mehrfach verlängert wurden wäre? Das kommt nicht gerade selten vor. Viel logischer wäre es zu sagen, LUSH hat sich einfach vom PRIDE inspirieren lassen – diese Paraden finden ja jedes Jahr in den Monaten Juni und Juli statt und bieten daher eine ideale Grundlage für eine solche Kampagne.

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